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Jahresübersicht 2002
Jahresübersicht
Ausblick 2003
Publikationen
Lehre
Vorträge
Tierische Mitarbeiter
Danksagung
Zur Konrad Lorenz Forschungsstelle
Nach der Nobelpreisverleihung an Konrad Lorenz
1973 und seiner Emeritierung vom Max Planck Institut in Seewiesen, 1973, wollte der 70-jährige seine Langzeituntersuchungen an Graugänsen fortführen. Durch eine Verkettung glücklicher Umstände wurde Konrad Lorenz damals mit seinen
Gänsen und einigen Mitarbeitern von der Herzog von Cumberland Stiftung aufgenommen. Die Bedingungen im oberösterreichischen Almtal bei Grünau erwiesen sich seither als sehr günstig für die ethologische Arbeit mit Gänsen und anderen
Tieren.Bis zum Tod von Konrad Lorenz, 1989, war die kleine Forschungsstelle ein Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1990 wird die KLF von einem Verein der Förderer unter wissenschaftlicher Patronanz
der Abteilung für Ethologie des Zoologischen Institutes der Universität Wien weitergeführt. Die Grundfinanzierung kommt nun vom Land OÖ., vom Bund, von privaten Mitgliedern und Sponsoren. Unsere wissenschaftlichen Projekte werden
über kompetitive Anträge vom Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, bzw. vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziert.
Heute betreiben wir mit modernen Methoden und Konzepten Grundlagenforschung
zu den Mechanismen sozialen Zusammenlebens von Tier und Mensch am Beispiel von Graugänsen, Raben und Waldrappen. Besonders bewährte sich die Lorenz´sche Methode der Freiflughaltung halbzahmer Gruppen. Dies erlaubt Feldforschung
quasi unter Laborbedingungen. Mit nur zwei ständig beschäftigten Personen (K. Kotrschal und J. Hemetsberger, beide Univ. Wien) und vielen engagierten Studenten gelingt effiziente Grundlagenforschung auf internationalem Niveau.
Wir beschäftigen uns letztlich mit der Frage, wie Verhalten Evolution beeinflusst. Warum etwa schaffen es in sozialen Gruppen nur relativ wenige Individuen, viele Nachkommen großzuziehen? In diesem Zusammenhang erlangte die
nicht-invasive Analyse von Steroidhormonen aus Kot eine große Bedeutung. Vor allem in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien entstand eine Serie von Arbeiten zur Wechselwirkung von Geschlechts-und
Stresshormonen mit sozialem Verhalten, wobei die Frage immer mehr in den Vordergrund trat, wie Mütter die Persönlichkeit ihrer Nachkommen beeinflussen und wie sich Persönlichkeit auf soziales Verhalten auswirkt.
Vorwiegend an
freilebenden Raben wird seit Jahren vor allem ihre geistige Leitungsfähigkeit untersucht. Denn wer Wölfen und anderen gefährlichen Tieren eine Teil der Jagdbeute abnimmt, muß klug, aber auch vorsichtig sein. Aber dass Thomas
Bugnyar zeigen konnte, dass Raben wie etwa auch Schimpansen und Menschen in der Lage sind, andere Gruppenmitglieder sozusagen "taktisch zu betrügen", war denn doch eine Überraschung. Gegenwärtig untersuchen wir, wie sich
die starke Angst der Raben vor Neuem entwickelt und in welchem ökologischen und evolutionärem Zusammenhang diese mit der geistigen Leistungsfähigkeit steht.
Die Zahl der kontrolliert freifliegenden Waldrappe im Almtal
erhöhte sich durch Nachzucht aus der freifliegenden Kolonie von 21 auf 25. Es zeigte sich, dass die Waldrappe auf den Wiesen um Grünau genügend Nahrung für sich und ihre Jungen finden. Was 1997 mit einem Versuchsprojekt begann,
führte zur weltweit ersten Etablierung einer stabilen, freifliegende Gruppe aus Zoonachzuchten. Grundlagenforschung und Artenschutz gehen Hand in Hand. Nach erfolgreichen Flugversuchen im Sommer 2002 ist für heuer geplant, mit
Waldrappen hinter Leichtflugzeugen die Alpen zu überqueren und ihnen so eine neue Zugroute beizubringen (
www.waldrappteam.at). Sollte das gelingen, steht einer Wiederansiedlung dieser im Mittelalter ausgestorbenen Ibisvögel in Europa nichts mehr im
Wege.
Jahresübersicht 2002
Das Jahr 2002 gestaltete sich trotz vorübergehender Tiefs bei der Forschungsfinanzierung und bei der Zahl der studentischen Mitarbeiter recht
positiv. Es liegt nun mal in der Natur einer kleinen und daher finanziell und personell kaum gepufferten Institution, dass die Entwicklung in Wellen verläuft. So ist es natürlich erfreulich, wenn Studenten ihre Diplom- und
Doktoratsprojekte abschließen. Andererseits erlaubte die beengte finanzielle Lage nicht, sofort neue Mitarbeiter an uns zu binden. Daher war das Jahr 2002 vor allem der Neuplanung und dem Bemühen um Forschungsmittel gewidmet und
stand fachlich vorwiegend im Zeichen der Waldrappe. Die Situation wurde allerdings durch ein vom Land Oberösterreich vermitteltes Überbrückungsprojekt des Bundesministeriums für Wissenschaft, sowie einer Finanzhilfe der
Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich für das Waldrappprojekt entschärft. Die Österreichischen Nationalbank finanzierte ein Jahresprojekt zu den "Hormonen der Elternschaft" (Vivien Bromund: Handaufzucht als
Modell für Sozialbindung beim Menschen). Schließlich wurde im Herbst ein gut dotiertes Projekt vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich für 3 Jahre genehmigt. Nicht alle angestrebten Ziele wurden
erreicht. So etwa wurde ein im Frühjahr 2002 mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand vorbereitetes Interreg IIB-Projekt (ein EU-Projekt zur Förderung der überregionalen Zusammenarbeit, s. Darstellung im Jahresbericht 2001)
aus unklaren Gründen nicht genehmigt. Die Koordination hätte die KLF übernommen, neben Partnern aus Italien, Deutschland und der Schweiz wäre auch die Gemeinde Grünau in erheblichem Ausmaß mit einem Besucherzentrum beteiligt
gewesen. Schade. Das Wellental bei Finanzierung und Mitarbeitern wird auch bei der Produktivität im wissenschaftlichen Bereich spürbar, die sich im Vergleich zum Spitzenjahr 2001 etwas verringerte (s. Liste, unten). So sind 9
wissenschaftliche Publikationen erschienen, darunter ein Buchartikel, 13 sind eingereicht, in Druck oder in Vorbereitung, darunter eine abgeschlossene Buchrevision und ein Buch in Vorbereitung. Bei 6 internationalen Tagungen
lieferten wir 18 Beiträge (Poster und Vorträge, s. unten). An den Graugänsen wurden die Langzeituntersuchungen, ergänzt durch einige kleinere Projekte, fortgeführt. Die Arbeit an Raben wurde 2002 vorübergehend nach
Burlington/Vermont/USA ausgelagert, wo Dr. Thomas Bugnyar und Mag. Mareike Stöwe bei Prof. Bernd Heinrich zur geistigen Leitungsfähigkeit amerikanischer Raben forschten. Mag. Stöwe wird 2003 wieder an der KLF arbeiten, Dr. Bugnyar
kommt ein Jahr später zurück. Besonders spannend gestaltete sich 2003 unsere Arbeit mit den Waldrappen. Erstmals begannen im Frühjahr 2002 unsere zwischen 1997 und 2001 handaufgezogenen 22 Tiere in ihrer Freiflugvoliere im
Cumberland-Wildpark intensiv zu brüten. In 9 Nester wurden insgesamt 22 Eier gelegt, aus denen schließlich vier Jungvögel flügge wurden. Mit Beginn des Nestbaus blieb die Voliere ständig geöffnet und die Vögel suchten bis in den
Herbst den Großteil ihrer Nahrung auf den Wiesen um Grünau. Praktikumsstudenten nahmen Pilotdaten zur Zusammenarbeit innerhalb der Paare und zum Nahrungserwerb im Freiland. Diese Projekte werden 2003 verstärkt fortgeführt. Ein
Junge fütterndes Weibchen verschwand auf einem Versorgungsflug (möglicherweise Wanderfalke), sonst gab es keine Verluste. Dass nur 4 Jungvögel flügge wurden liegt daran, dass wir 4 Eier an das Flugprojekt abgaben
(www.waldrappteam.at) und es sich bei den Brütern um junge, noch unerfahrene Vögel handelte. Somit vergrößerte sich die Kolonie auf 25 Tiere. Nachdem die Voliere zur Zugzeit im Herbst geschlossen blieb, sind die Tore nun wieder
ständig offen, allerdings ist die Flugaktivität der Waldrappe im Winter gering. Die Mühen der Ansiedlung der Kolonie werden nun belohnt. Die Vögel sind nicht nur ein einzigartiges Modell für die Grundlagenforschung, sondern liefern
auch wertvolle Daten für die Planung eines europäischen Wiederansiedlungsprojektes für diesen vor 350 Jahren bei uns ausgestorbenen Vogel.
Ausblick 2003
2003 ist
ein Jubiläumsjahr. Konrad Lorenz wäre im November 100 Jahre alt geworden und die Konrad Lorenz Forschungsstelle feiert ihren 30 jährigen Bestand. Aus diesem Anlaß haben wir es übernommen, das ASAB (Association for the Study of
Animal Behaviour) Summer Meeting 2003 in Grünau zu organisieren. Dieses kleine (etwa 200 Teilnehmer), aber international bedeutende und fachlich hochklassige Treffen findet erstmals in Österreich statt. Mit Hilfe einer Schar
studentischer Mitarbeiter und der Gemeinde Grünau werden wir diese Aufgabe sicherlich mit Anstand meistern. Diese Jubiläen werden sicherlich wieder zu einer verstärkten Medienpräsenz führen. Ab Jänner 2003 werden wir im Rahmen
des oben erwähnten FWF-Projekts die Herzschlagrate benutzen, um die Kosten von Sozialverhalten und die "schnelle Stressachse" (Adrenalin) bei Graugänsen zu untersuchen. "Wir" bedeutet eine neue,
vielversprechende Mann/Frauschaft mit Dr. Isabella Scheiber (Postdoc aus Albany/NY), Dipl.Biol. Violetta Pilorz (Doktorandin aus Bielefeld) und Simona Kralj (Diplomandin aus Laibach). Die Rabenforschung wird weiterhin von Mag.
Mareike Stöwe (Dissertantin aus Wien) getragen. Um die Waldrappe werden sich Dtt. Enrico Sorato (Dissertant aus Padua), sowie einige Diplomanden kümmern, die im Laufe des Jahres zu uns stoßen werden. Da wir bei diesen höchst
gefährdeten Ibissen über die einzige aus Zoonachzucht begründete, freifliegende Gruppe der Welt verfügen, die noch dazu 2002 erstmals in völliger Freiheit brütete, wollen wir unseren Augenmerk auf die Kooperation innerhalb der
Paare während der Brut und auf den Nahrungserwerb richten. Gleichzeitig kooperieren wir intensiv mit der Gruppe um Dr. Johannes Fritz, die 2003 eine Schar von Waldrappen mittels Leichtflugzeuge eine Zugroute in den Süden lehren
wollen (www.waldrappteam.at). Die Flugversuche 2002 verliefen sehr erfolgversprechend. Ganz besonders erfreulich ist der Umstand, dass wir Dank der tatkräftigen Unterstützung des Landes Oberösterreich, insbesondere LH. Dr. Josef
Pühringer, ab Februar 2003 einen Zivildiener beschäftigen dürfen. Dies sollte endlich unser drückendstes Dauerproblem lindern, nämlich die personelle Unterbesetzung im handwerklich-technischen Bereich. Natürlich wird das etwa 7000
¥ p.a. an Kosten verursachen, was aber vergleichsweise günstig ist. Vordringlich wird 2003 sein, eine bessere und stabilere Finanzierung unserer Forschung, vor allem an Waldrappen und Raben, bzw. Dohlen zu erreichen, sowie
intensiv an einem Buch zur sozialen Organisation von Graugänsen zu arbeiten. Mit all diesen Vorhaben wird uns die nächsten Jahre sicherlich nicht langweilig. Auch für die gewohnte Berichterstattung in den Medien ist gesorgt.
Gelingen kann das allerdings nur mit der weiteren Unterstützung durch unsere Förderer und Freunde.
Veröffentlichungen
Diese sind der nüchterne Spiegel von Qualität und Quantität der
wissenschaftlichen Arbeit. Als "wissenschaftliche Publikationen" im eigentlichen Sinn gelten jene Veröffentlichungen, deren Manuskripte dem "peer review" unterzogen wurden. Dabei versuchen Fachkollegen anonym
das Manuskript nach allen Regeln der Kunst zu kritisieren. Nur Manuskripte, die dieses Verfahren passieren und den hohen Standards genügen, werden von internationalen Journalen zum Druck angenommen. Die folgenden Zitate sind wie
folgt zu lesen: AUTORENNAME(N): Titel der Arbeit, Name des Journals, Nummer der Ausgabe, Seiten, (Jahr der Veröffentlichung).
Publikationen in Journalen BUGNYAR, T. & K. KOTRSCHAL: Scrounging tactics in free-ranging
ravens, Corvus corax. Ethology 108, 993-1009 (2002)
BUGNYAR, T. & K. KOTRSCHAL: Observational learning and the raiding of food caches in ravens, Corvus corax: is it "tactical" deception? Animal Behaviour 64,
185-195 (2002)
FRITZ, J. & K. KOTRSCHAL, K.: On avian imitation: cognitive and ethological perspectives. In: Imitation in Animals and artifacts (Ed. by K. Dautenhahn and C. Nehaniv), MIT Press, Cambridge. S 133-157 (2002).
HIRSCHENHAUSER, K., FRIGERIO, D., GRAMMER, K. & M. S. MAGNUSSON: Monthly patterns of testosterone and behaviour in prospective fathers. Horm. and Behav. 42: 172-181 (2002).
KIJNE, M. & K. KOTRSCHAL: Neophobia affects
choice of food item size in group-foraging common ravens (Corvus corax). Acta Ethologica, 5, 13-18 (2002)
KOTRSCHAL, K., DITTAMI, J., MÖSTL, E. & D. FRIGERIO: Corticosteron excretion co-varies with ambient temperature and air
pressure in male Greylag Geese (Anser anser): A non-invasive study. Adv. Ethol. 37: 142 (2002).
PFEFFER, K., J. FRITZ & K. KOTRSCHAL: Hormonal correlates of being an innovative greylag goose. Anim. Behav. 63, 687-695 (2002)
TINTNER, A. & K. KOTRSCHAL: Early social influence on nestling development in Waldrapp ibises Geronticus eremita. Zoo Biology 21, 467-480 (2002).
In Vorbereitung, bzw. eingereicht: BROMUNDT, V. & K. KOTRSCHAL:
Hand-raising as a model for developing a social bond.
BUGNYAR, T. & KOTRSCHAL K. Misleading of a competitor in ravens, Corvus corax. Submitted: Animal Cognition
DAISLEY, J.N. & K. KOTRSCHAL: Coping styles in Greylag geese (Anser anser)
DAISLEY, J.N. & K. KOTRSCHAL: Coping styles in Japanese quail (Coturnix coturnix Japonica). Subm. Horm. Behav.
FRITZ, J., G. BATEK, D.
MERSMANN. & K. KOTRSCHAL:. Enhancement in families of greylag geese (Anser anser): do males actively support information transmission? Subm.: Animal Cognition.
FRIGERIO, D., WEISS, B., DITTAMI, J. & K. KOTRSCHAL: Social
allies modulate corticosterone excretion and increase success in agonistic interactions in juvenile hand-raised Grelag Geese (Anser anser). Subm. Canad. J. Zool. (10/02).
FRIGERIO, D., K. HIRSCHENHAUSER, MÖSTL, J. DITTAMI &
K. KOTRSCHAL: Behavioural effects and seasonal aspects of testosterone manipulation in male Greylag geese (Anser anser).
FRIGERIO, D., DITTAMI, J., MÖSTL, E. & K. KOTRSCHAL: Excreted corticosterone metabolites co-vary with
ambient temperature and air pressure in male Greylag Geese (Anser anser). Subm. Gen. Comp. Endocr. (11/02).
FRIGERIO, D., HIRSCHENHAUSER, K., MÖSTL, E., DITTAMI, J. & K. KOTRSCHAL: Experimentally elevated testosterone
increases status signalling in male Greylag Geese (Anser anser). Subm. Acta Ethol. (12/02).
FRIGERIO & K. KOTRSCHAL:Individual variation in response to different stressors in Greylag geese (Anser anser).
KOTRSCHAL, K. &
F. WALDENBERGER: Vigilance postures in male Greylag geese: functions other than predator avoidance?
WEISS, B.M. & K. KOTRSCHAL: The effects of passive social in juvenile Greylag geese (Anser anser): A long-term study from
fledging to adulthood. Submitted: Ethology
Populärwissenschaftliche Veröffentlichungen, Zeitungsartikel: auf Anfrage
Bücher, Buchartikel: KOTRSCHAL, K.: Im Egoismus vereint? Zweite, überarbeitete Auflage Filander Verlag
Fürth, 250pp, ISBN 3-930831-44-9, in press, Spring 2003
KOTRSCHAL, K.: Eine integrative, systemorientierte Sicht sozialer Mechanismen. Soziale Mechanismen. (U. Gansloßer ed.), Filander Verlag Fürth, in Press (2002)
Buch in Vorbereitung: KOTRSCHAL, K. J. HEMETSBERGER & B. WEISZ: Social Fabrics in Geese. Cambridge University Press.
Kongressbeiträge: BROMUNDT, V., J. DITTAMI, H.G. WALLBOTT & K. KOTRSCHAL: Initial increase of
estrogen excretion in human foster parents during raising of hatchlings. Poster, 1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8.2002.
BUGNYAR, T., B. HEINRICH, M. STOEWE & K. KOTRSCHAL: Cache raiding as an alternative scrounging tactic in ravens: Who is the raider? Vortrag, International Meeting of the Society of Behavioral Ecology, Montreal, Canada, July
7-12, 2002. BUGNYAR, T., B. HEINRICH, B & K. KOTRSCHAL: How to outwit a competitor? Food cachers versus raiders in ravens. Poster,1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany
31.7.-4.8.2002.
FRIGERIO, D., HIRSCHENHAUSER, K., DITTAMI, J. & K. KOTRSCHAL (2002): Experimentally elevated testosterone increases status signalling in male Greylag Geese (Anser anser). Poster, ASAB Summer meeting &
First European Conference on Behavioural Biology, Münster, 31.07-04.08. 2002.
FRIGERIO, D., J. DITTAMI, E. MÖSTL, & K. KOTRSCHAL: Patterns of excreted corticoserone co-vary with air-temperature and air-pressure in male
greylag geese (Anser anser). Poster, Annual meeting of the Italian Ethological Society, Torino and Allessandia,, 18.9.-20.9. 2002.
HEMETSBERGER, J.: Die Grünauer Graugänse. Scharentwicklung und Bedeutung. Vortrag, Jahrestagung
Birdlife Österreich, Steyr, 30.05. bis 02. 06. 2002.
HIRSCHENHAUSER, K., FRIGERIO, D., GRAMMER, K. & M. S. MAGNUSSON: Do men exhibit a monthly testosterone cycle? Poster, ISHE Meeting, Montreal, July 2002.
KOTRSCHAL, K.:
Why "individual variation" in behavioural dispositions is non-trivial: Patterns, mechanisms and functions of personality. invited oral. Workshop Budapest on Behavioural Mechanisms, Aug. 2002.
KOTRSCHAL, K., J. DITTAMI,
E. MÖSTL & D. FRIGERIO: Corticosterone excretion co-varies with ambient temperature and air-pressure in male Greylag geese (Anser anser): A non-invasive study. Vortrag. Symposium on Behaviour and Physiology of Zoo and Wild
Animals, Berlin, 29.9.-2.10. 2002.
KOTRSCHAL, K & J. FRITZ: The Northern Bald Ibis (Geronticus eremita) peeping out of Noah´s ark. Oral, Int. Zoodirektorenkonf. Wien, Sept. 2002.
KOTRSCHAL, K.: Why and how personalities
differ: Non-random variation in individual behavioural phenotype. Vortrag: Invited plenary. Annual meeting of the Italian Ethological Society, Torino and Allessandia,, 18.9.-20.9. 2002.
KOTRSCHAL, K., D. FRIGERIO & B. WEISS:
Social support in a bird, the Greylag goose (Anser anser). Mechanisms and functions. Oral,1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8. 2002.
MESSMER, C., C. SCHLÖGL &
K. KOTRSCHAL: Age dependend behaviour and social integration in ravens (Corvus corax). Poster, 1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8. 2002.
SANDERS, B. & K.
KOTRSCHAL: Early behavioural differentiation between male and female greylag goslings (Anser anser). Poster, 1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8. 2002.
SCHLÖGL,
C., T. BUGNYAR & K. KOTRSCHAL: Juvenile ravens may be sensitive to predation risk when co-feeding with wolfes. Poster, 1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8. 2002.
STÖWE, M., M. IMHOF & K. KOTRSCHAL: Dominance, coping styles and hormones in free-ranging ravens (Corvus corax). Poster, International Meeting of the Society of Behavioral Ecology, Montreal, Canada, July 7-12, 2002.
STÖWE,
M., M. IMHOF & K. KOTRSCHAL: Age-related differences in dominance and hormones in free-ranging ravens (Corvus corax). Poster, 1st European Conference on Behavioural Biology: Conflict & Resolution, Muenster, Germany
31.7.-4.8. 2002.
WEISS, B. & K. KOTRSCHAL: Stay by my side! How juvenile greylag geese (Anser anser) benefit from spatial proximity to family members during feeding situations. 1st European Conference on Behavioural Biology:
Conflict & Resolution, Muenster, Germany 31.7.-4.8. 2002.
Vorstandsmitgliedschaften, bzw. wissenschaftlicher Beirat (KK)
- ASAB (Association for the Study of Animal Behaviour) 2001-2004
- EG (Ethologische Gesellschaft e.V.) 2001-. - ÖKV (Wiss. Beirat, Österreichischer Kynologen) 2001- - ÖWV (Wiss. Beirat, Österreichischer Wildgehegeverband) 2001- - Tiergarten Schönbrunn (Wiss. Beirat) 2000- - IEMT
(Intderdisziplinäres Institut zur Erforschung der Tier-Mensch.Beziehung, Präsidentschaft)
Lehre
Vorlesungen und die Betreuung von StudentInnen in Praktika, Diplom-und Dissprojekten sind nicht
lästige Verpflichtung, sondern zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Ohne engagierte StudentInnen wäre unsere Arbeit in Grünau nicht möglich und nur gut ausgebildete AbsolventInnen, die ihre Dissertation an einer im internationalen
Kollegenkreis anerkannten Institution absiolvierten (wie im Moment die KLF), wahren ihre Chance auf einen "Postdoc" bei einer anderen guten Arbeitsgruppe und damit ihre akademischen Karrierechancen. Eine andere,
regelmäßige "Schiene" der Lehre stellt die Lehrerbildung dar. Die Schulung von angehenden und bereits aktiven AHS Lehrern ist höchst wichtig, um bei diesen Multiplikatoren das Verständnis für die Verhaltensbiologie zu
fördern. Zudem zählen Vorträge und Seminare im Rahmen von Ethik-Fortbildungskursen zum Programm (K.K.).
VORLESUNGEN/LEHRVERANSTALTUNGEN der UNIVERSITÄT WIEN Neben einem ganzjährigen Praktikum (für max. 4 Studenten pro Monat,
beginnt jeden 1. Montag im Monat, 3-wöchig, wird 5-stündig gerechnet, plus 2 Stunden Seminar) wird, für Diplomanden und Dissertanten "Anleitung zu wissenschaftlichen Arbeiten" (10-stündig) durchgeführt. Zusätzlich wird in
Wien ein Teil der "Methodenvorlesung" (2-stündig), der "Einführung in die Ethologie" (2-stündig) und der "Biologischen Einführungsübungen" von K.K. bestritten. Im Wintersemester 2001/2002 wurde eine
zweistündige Spezialvorlesung "Soziale Mechanismen" (2-stündig), sowie die einstündige "Einführung in die Ethologie" für Lehramtsstudenten abgehalten (von K.K.).
SCHULUNGEN für LEHRER Ein Kurs im Oktober
2002 für AHS-Lehrer (Mittelschulprofessoren), vom PI Oberösterreich bundesweit ausgeschrieben, 7 Halbtage, 25 Teilnehmer. Fand im Jugendheim Grünau statt, mit Schwergewicht auf der praktischen Arbeit, um a) den Lehrern das
didaktische Potential der Ethologie zu demonstrieren und b) die Angst vor der "theorieüberfrachteten" Ethologie zu nehmen und deren Einsatz im Unterricht anzuregen. Im Oktober 2002 gestaltete K.K. wieder eine Tag zum
Thema "Biologie der Ethik" im Rahmen eines Fortbildungskurses für AHS-Lehrer des PI Oberösterreich (organisiert von Herrn Dir. Dr. Rauscher).
BETREUUNG VON STUDENTEN, STUDENTENPROJEKTE Ganzjährig wird an der KLF ein
Pojektpraktikum (5 Semesterwochenstunden) samt zugehörigem Seminar (2 Stunden) veranstaltet. Dieses Praktikum ist offen für alle StudentInnen österreichischer Universitäten. Oft haben wir auch Teilnehmer aus dem Ausland. Gewöhnlich
bleiben die StudentInnen für 3 Wochen an der KLF und führen in diesem Zeitraum ein von uns intensiv betreutes Projekt durch, welches mit einem schriftlichen Bericht in wissenschaftlichem Format abschließt. Kolleginnen aus dem
Ausland bleiben manchmal auch länger. Aus dem Kreis dieser Studenten rekrutieren sich oft auch unsere DiplomstudentInnen.
PRAKTIKUM AN DER KLFFolgende Praktikumsprojekte wurden 1999 durchgeführt: Steiner, Sandra: Warum steht
die Gans auf einem Bein? Ruhepositionen bei der Graugans. Jänner 2002. Eliane Bader und Margit Zohmann: Auswirkungen von embryonal injiziertem Testosteron auf das Sexualverhalten von Japanischen Wachteln (Coturnix coturnix
japonica). Februar 2002. Hölzl, Michaela: Kooperation zwischen brütenden Waldrapp-Paaren. Mai 2002. Schnapp, Nina: Zeitbudget bei Brütern und Nicht-Brütern in einer freifliegenden Waldrapp-Kolonie. Juni 2002. Koth, Jana:
Scrounging-Partner des Waldrapps (Geronticus eremita) bei der Nahrungssuche im Freiland. Juli 2002. Stieger, Michaela und Gundi Habenicht: Verhaltens- und Aktivitätsmuster bei Graugänsen (Anser anser) unter Einfluß von Luftdruck
und Temperatur. September 2002. Allerdorfer, Sigrid und Gerald Muralt: Soziales Fressverhalten von Waldrappen (Geronticus eremita) in der Voliere. September 2002. Kirnbauer, Margit, Linda Naar und Manuela Wedl:
Radfahrerreaktionen (redirected aggression) bei Graugänsen (Anser anser). Oktober 2002. Herdina, Anna Nele, Julia Fröschl:Auf den Spuren von Persönlichkeit im natürlichen Kontext bei Graugänsen (Anser anser). November 2002.
BETREUTE STUDENTEN: DISSERTATIONEN: 1. Mag. Josef Hemetsberger: Univ. Wien: Demographie und Populationsentwicklung bei Graugänsen. J.H.
ist Techn. Ass. an der KLF, abgeschlossen Frühjahr 2002. 2. Dtt.ssa. Didone Frigerio: Univ. Wien: Streß und Streßmanagement bei Graugänsen. Abgeschlossen Frühjahr 2002. 3. Dipl.Biol. Angela Schneider: Univ. Münster:
Differenzierung des Nahrungserwerbsverhaltens bei einigen Ibisarten. In Durchführung. 4. Lic.Psych. Viviene Bromunt: Univ. Wien. Hormonale Äquivalente bei den menschlichen Ammenaufziehern verschiedener Tierarten. In Durchführung.
5. Mag. Mareike Stöwe: Univ. Wien. Kognition, Neophobie und soziale Rollen bei Kolkraben. In Durchführung. 6. Dipl. Biol. Violetta Pilorz: Ab Jan. 2003. 7. Dtt. Enrico Sorato: Ab Jan. 2003.
DIPLOMARBEITEN: 8. Margit
Ertl: Univ. Wien: Wesensentwicklung bei Labrador- und Retrieverwelpen. In Fertigstellung. 9. Niki Ortner: Univ. Wien: Individualle Verhaltensrollen bei Elritzen. Abschlußstadium. 10. Sonja Schwendt: Univ. Wien. Coping styles
und Lernleistung bei Graugans-Gössel. Abschlußstadium. 11. Bettina Sanders: Univ. Regensburg: Verhaltensentwicklung bei Graugans-Gössel. Abgeschlossen Herbst 2002. 12. Elisabeth Spielauer: Univ. Wien: Verhaltensentwicklung
bei Raben. Abgschlossen Sommer 2002. 13. Isabel Meran: Univ. Wien. Nahrungsaufnahmeverhalten bei Waldrappen. Abschlußstadium. 14. Chris Messmer: Univ. Salzburg. Integration juveniler Kolkraben in den Nichbrüter-Verband. In
Durchführung 15. Sebastian Dorn: Univ. Wien. Auswirkung von Wetterlagen und Wetterwechsel auf die Ausscheidung von Streßhormon-Metaboliten bei Graugänsen und Waldrappen. In Durchführung. 16. Bianca Ludwig: Univ. Marburg.
Wesenstests bei Tierheim-Hunden. Abgeschlossen Herbst 2002. 17. Linda Naar: Univ. Graz. Evaluation einer tiergestützten Therapie (Wirkung des Einsatzes von Kleintieren auf die Entwicklung von Kindern). In Durchführung, ab Herbst
2002. 18. Simona Kralij: Univ. Ljubljana: Ab Jan. 2003.
Vorträge, Führungen, etz.
Auch 2001 wurden, wie in den Vorjahren an der KLF eine beachtliche Anzahl von Besuchern
betreut. Vor allem von KK und JH werden pro Woche 3-4 Gruppen geführt. Für Einzelpersonen besteht die Möglichkeit, uns Dienstags um 15 Uhr zu besuchen. Neben den vor Ort betreuten Gruppen waren wieder zahlreiche Vorträge in
Österreich und im benachbarten Ausland zu halten (etwa 1 pro Woche). Auf eine detaillierte Aufzählung dieser Aktivitäten (wie in den Vorjahren) wird hier aus Platzgründen verzichtet.
Unsere tierischen Mitarbeiter Graugänse
Die sozialen Verhältnisse der im Moment etwa 150 Gänse zählende Schar wurden auch 2002 wieder vor allem vom Dr. J. Hemetsberger intensiv protokolliert. Dabei handelt es sich um
die Fortsetzung der "Lorenzschen Längsschnittuntersuchung", welche die Vorraussetzung für jede weitere Arbeit an diesen Tieren darstellt. Zudem wurden wieder alle Nester besucht und die entsprechenden Brut-und Eidaten
erhoben. Aufgrund eines unbekannten Freßfeindes verschwanden wie auch schon in den Vorjahren sämtliche Gössel Tage bis Wochen nach dem Schlüpfen. 2003 werden wir diesem Problem besondere Aufmerksamkeit widmen. Da keine besondere
Notwendigkeit bestand, wurde 2002 (zum 2. Mal seit 1990) nicht handaufgezogen. Die Jahre zuvor wurden projektbedingt ohnehin viele Gänse handaufgezogen, daher wollten wir das Gleichgewicht in der Schar nicht noch weiter in Richtung
handaufgezogene Tiere verschieben. Die Gänse waren 2002 Gegenstand einer Reihe von kleineren, aber deswegen nicht minder wichtigen Projekten, die vorwiegend von Praktikumsstudenten durchgeführt wurden. Ab Jänner 2003 stehen die
Gänse wiederum im Zentrum eines großen, vom FWF geförderten Forschungsprojektes, in dessen Verlauf innerhalb der nächsten 3 Jahre Dr. I. Scheiber, Dipl.Biol. Violetta Pilorz, Simona Kralij und andere Diplomstudenten mit Hilfe von
Herzschlagraten die Kosten sozialen Verhaltens und individuelles Streßmanagement erforschen werden.
Raben
Den Raben im Almtal geht es dank der Nahrungsversorgung im lokalen Wildpark nach wie vor gut, allerdings wurde 2002 relativ wenig mit ihnen gearbeitet. Im Frühjahr 2002 nahm Mag.
M. Stöwe Freilanddaten in Forgaria/Friaul, wo an einem Geierfutterplatz eine größere Anzahl von Raben lebt. Es gelang, mittels Kanonennetz 26 dieser Raben für weitere Untersuchungen individuell zu markieren. Der Schwerpunkt der
Rabenarbeiten von Mitarbeitern der KLF lag heuer in den USA. An der Univ. Burlington, in Vermont bei Prof. Bernd Heinrich verbringt Dr. Thomas Bugnyar 2002 und 2003 damit, die Mechanismen geistiger Leistungsfähigkeit zu testen.
2002 schloß sich ihm Mag. Stöwe an, um an von ihr handaufgezogenen Jungraben die Entwicklung der Umweltbeziehungen von Raben zu untersuchen. 2003 sollen vor allem Daten ausgewertet werden, praktische Arbeit mit Raben (und
vielleicht auch mit Dohlen) steht erst wieder 2004 auf dem Programm.
Waldrappe
Geschichte, Status: Waldrappe (Geronticus eremita) waren bis in die frühe Neuzeit Teil der mitteleuropäischen Fauna. Als Kulturfolger wanderten diese Ibisvögel
möglicherweise in größerem Ausmaß erst mit dem Menschen in den Alpenraum ein. Als ehemalige Brutvögel in und um mittelalterliche Städte sind sie auch ein Symbol für das notwendige Miteinander von Natur mit Kultur in Europa. Sie
verschwanden mit Ende des 30-jährigen Krieges. Heute leben kaum mehr als 200 Vögel in drei Restpopulationen in Marokko, der Türkei und Syrien. Damit gehören Waldrappe zu den gefährdetsten Vögeln der Welt. Allerdings vermehren sich
die etwa 1500 Tiere in den Zoos recht gut. Es ist daher an der Zeit, Wege aus der Arche Zoo zu weisen , um diese Art langfristig zu erhalten.
Ziele des Grünauer Waldrapp-Projekts: 1. Das entsprechende Know-how für Freiflug-und Wiederansiedlungsprojekte im Verbund mit ähnlichen Versuchsprojekten (Zoo Salzburg, Stadt Burghausen, Zoo Herberstein, Schweizer Zoos) zu
schaffen (s. Flugprojekt waldrappteam.at). 2. Freilebende Waldrappe (neben Gänsen und Raben) für die Grundlagenforschungen an der Konrad Lorenz Forschungsstelle zu etablieren. Solche Ergebnisse sind immer auch für den
Artenschutz relevant.
Argumente aus dem Grünauer Projekt für die Rückkehr der Waldrappe nach Europa 1) Waldrappe waren immer schon Kulturfolger: Sie fassten vermutlich erst gemeinsam mit den ersten Viehhaltern stärker im
Alpenraum Fuß, da zuvor die geeigneten offenen Flächen mit kurzer Vegetation zur Nahrungssuche fehlten (s. unten). Wenn sie nicht verfolgt werden, sollten sie also mit der Nähe zum Menschen gut zurechtkommen.
2) Die heutigen Reliktstandorten verlieren zunehmend die ökologische Tragekapazität: Manches deutet darauf hin, dass die heutigen Habitate in Marokko, Türkei und Syrien von der Reaktionsnorm der Art betrachtet, Rand- bzw
Reliktstandorte sind. Waldrappe sind zwar einerseits Sichtjäger, gehören aber andererseits unter den Ibissen zu den spezialisiertesten Stocherern (Mechanorezeptoren in der Schnabelspitze, spezialisiertes Verhaltensinventar; Meran
2002; in Vorbereitung). Dazu benötigen sie mit kurzer Vegetation bedeckte, relativ weiche Substrate (vgl. experimentell ermittelte Substratpräferenzen: Meran 2002). Zudem sind sie auf Zugang zu Wasser angewiesen. All dies erfüllen
ihre heutigen Lebensräume aufgrund der über die letzten Jahrtausende fortdauernden Ausdehnung der Wüstengebiete nach Norden kaum mehr.
3) Waldrappe nutzen die durch die Landwirtschaft geschaffenen Flächen: Waldrappe benötigen
für ihre Nahrungssuche ausnahmslos weite, offene Flächen mit kurzer Vegetation. Übersteigt deren Höhe 10 cm, werden die Flächen nicht mehr genutzt. So landet unsere freifliegende Gruppe zur Nahrungssuche ausschließlich auf frisch
gemähten Wiesen und gibt diese wieder auf, wenn die Vegetation entsprechend nachgewachsen ist (Koth 2002). Nahrungsflächen, die den Anforderungen der Waldrappe genügen, bietet gerade das heutige, landwirtschaftlich geprägte
Mitteleuropa zur Genüge. Weiden, Mahtwiesen, sowie gepflügte/geeggte Felder kommen in Frage.
4) Nahrungssuche auf Wiesen und Weiden: Erstes Monitoring an den freifliegenden Grünauer Waldrappen nach Einstellung der Fütterung
(Frühjahr/Sommer 2002) zeigte, dass die Individuen imstande sind, jene etwa 250g individuellen Tagesbedarf an tierische Nahrung vor allem in Form von Regenwürmern, Engerlingen, Schnecken und Insekten im Zuge von 6-8 Stunden
Nahrungssuche aufzusammeln. Es wurde auch eine erhebliche Menge pflanzlichen Materials aufgenommen (Stengel, und Triebspitzen mancher Kräuter). Die Brüter zogen mit dieser Nahrung auch ihre Jungen auf (mit nur geringer Zufütterung
unsererseits).
5) Die Erderwärmung, insbesondere im Alpenraum begünstigt die Wiederansiedlung: Die Abnahme der Durchschnittstemperatur vom Spätmittelalter bis zur "kleinen Zwischeneiszeit" um 1850 mag zum
Verschwinden der Waldrappe aus Europa beigetragen haben. Heute steigt in den Alpen die Durchschnittstemperatur stärker an, als im europäischen Durchschnitt (um 1°C alleine in den letzten 15 Jahren!). Dies verbessert gerade zur
Brutzeit (Frühjahr-Sommer) die lokalen Lebensbedingungen und die Chancen für eine erfolgreiche Wiederansiedlung ganz erheblich. Aller Voraussicht nach ist dieser Klimatrend über die nächsten Jahrhunderte nicht zu stoppen,
geschweige denn umzudrehen. Das gegenwärtige Klima in Mitteleuropa entspricht etwa dem zu Gessners Zeit (um 1550). Gleichzeitig gefährdet die zunehmend rasche globale Erwärmung zusätzlich die letzten wildlebenden Waldrappen in
Marokko, der Türkei und Syrien. Selbst mittelfristig erscheint daher für das Überleben der Art ihre Ansiedlung in Mittel- und Südeuropa unumgänglich. Ein reines Bewahren an den Reststandorten ist daher nicht genug.
6) Das Konfliktpotential von Waldrappen ist äußerst gering: Jagd und Fischerei: Waldrappe leben hauptsächlich von "Ungeziefer" und stellt weder Fischen nach, noch konkurrieren sie mit den Interessen der Jagd. Konflikte
mit Fischern und Jägern sind daher nicht zu befürchten. Landwirtschaft: Waldrappen fehlt das Potential, Saaten zu schädigen (durch Ausreißen der Keimlinge, wie etwa Krähen) oder Siloballen zu beschädigen (Krähen). Lange vor der
Mähreife werden die Wiesen nicht mehr von den Vögeln betreten und daher auch nicht verkotet (gelegentlich ein Problem mit Wildgänsen). Es sind daher keinerlei Konflikte mit der Landwirtschaft zu erwarten, zumal die Vorliebe der
Waldrappe für Engerlinge die landwirtschaftliche Produktion eher fördert. Naturschutz: Das Nahrungsspektrum der Waldrappe entspricht etwa dem der Krähen oder Kuhreiher. Es ist aufgrud der landwirtschaftlichen Aktivitäten
sicherlich wesentlich mehr Nahrung für diese Gilde vorhanden, als genutzt werden kann, deren Populationsdichte ist daher kaum nahrungsabhängig. Ernsthafte Konkurrenzsituationen der Waldrappe mit anderen Arten sind daher nicht zu
erwarten und keine der möglichen Konkurrenten ist als gefährdete Art einzustufen. Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz sind daher unwahrscheinlich. Waldrapp als Sympathieträger: Zu unserer Überraschung zeigte sich, dass die
freifliegenden Waldrappe zu ausgesprochen Identifikationstieren für die Grünauer Bevölkerung wurden. Man besuchte und beobachtete die nahrungssuchenden Vögel, stellten Fragen und man war sich der Einzigartigkeit der Situation
bewusst. Waldrappe haben ein ähnlich großes Potential, zu Sympathiträgern zu werden, wie etwa Weißstörche. Aufgrund ihrer Geschichte eignen sie sich als Symboltiere der europäischen Integration und für die Notwendigkeit
naturverträglichen Wirtschaftens und als Aufhänger für flächendeckend naturschonendes Wirtschaften, auch außerhalb der Reservate.
7) Europa als sicherer Lebensraum: Das dicht besiedelte Mitteleuropa bietet im Vergleich zu den
Reliktstandorten den freilebenden Tieren wesentlich höhere Sicherheit gegen menschliche Verfolgung. Dafür sorgen der hohe Bildungsstand und das Naturschutzbewusstsein der europäischen Bürger. Zudem ist durch Hobby-Ornithologen,
Studenten und Behörden, einschließlich Jagdorgane eine sehr hohe Beobachtungs- und Überwachungsdichte gegeben.
Die Chronik des Grünauer Projekts: Im Frühling 1997 wurden 11 von 12 Nestlingen aus den Tiergärten Wien und
Innsbruck flügge, aber nur 4 von ihnen überlebten bis ins nächste Jahr. Die meisten Verluste unter den freifliegenden Vögel verursachten nächtliche Uhu-Angriffe und weite Ausflüge im Herbst. Dennoch: Die Rückkehr dreier Vögel aus
großer Distanz bewies ihre Orientierungsfähigkeit ("Astarte" wurde etwa in Frankfurt an der Oder, 600 km nördlich von Grünau gesichtet und war 2 Tage später wieder an der Forschungsstelle). Auch handaufgezogene Vögel
aus Zoonachzucht sind also ausgezeichnet orientierungsfähig. Ihr guter Ernährungszustand nach oft wochenlanger Abwesenheit zeigte zudem, dass Mitteleuropa noch genügend Würmer, Schnecken und Kleingetier für Waldrappe bietet. Auch
sind unsere Vögel abseits der Forschungsstelle gar nicht besonders zahm, sondern meiden Leute, Hunde, Autos und andere Gefahrenquellen.
1998 wurden 16 von 17 Nestlingen aus den Zoos Innsbruck und Wien flügge. Zusammen mit den
vier Tieren aus dem Vorjahr ergab dies zunächst 20 freifliegende Rappe. Die Freude sollte allerdings nicht lange währen. Wieder verließen uns die Vögel im Herbst zu Langstreckenflügen nach NE-Europa. Nur wenige konnten aus Polen
und Ungarn zurückgeholt werden, die meisten kamen im schlechten Wetter um. Der Entfernungsekord wurde von einem Vogel aufgestellt, der bei Kaliningrad (1600km NE von Grünau!) gefunden wurde. Nur 4 Vögel aus 1998 und 2 aus 1997
überlebten. Deprimiert wollten wir schon aufgeben. Aber gleichzeitig fühlten wir, an der Schwelle zum Durchbruch zu stehen. Also beschlossen wir, eine dritte Saison zu versuchen und riefen die Vögel nicht nur nächtens zum Schutz
gegen Uhus in ihre "Kolonie" (ein ausgebauter Dachboden an der Forschungsstelle), sondern schlossen sie auch zur Zugzeit (September/Oktober) in die Voliere ein. Wir hofften, dass, ähnlich wie Weißstörche, auch Waldrappe
ihre Reiselust abbauen würden, wenn man die Jungtiere drei Jahre lang am Zug hinderte.
Im Frühling 1999 wurden 12 von 13 Küken aus den Zoos Innsbruck, Stuttgart und dem Vogelpark Schmieding (bei Wels) flügge und schlossen sich
unseren 6 erfahrenen Tieren im Freiflug an. Die Gruppe entwickelte recht regelmäßige Gewohnheiten und verbringt seitdem viele Stunden pro Tag mit der selbständigen Nahrungssuche. Die Vögel streifen in 15 km Umkreis umher, suchen
Wiesen um Grünau auf und kommen gewöhnlich abends in ihr Nachtquartier zurück. Nur bei extremen Schlechtwetter verbleiben sie auch mal einen Tag in der Voliere. Wir verloren keinen einzigen Vogel. September bis Anfang November
verbrachte die Gruppe in der Voliere und durfte den Winter über wieder frei fliegen.
2000 wurden von den 6 Schlüpflingen aus dem Zoo Erfurt leider nur 4 flügge. Also hatten wir schließlich 22 Waldrappe im Freiflug. Bis ins
Frühjahr 2002 verloren wir davon keinen Vogel. Allerdings kamen wir unter Druck, da unser Dachboden und die Behelfsvoliere für so viele Vögel zu eng waren. Die Fortführung unseres Projekts war nur mit einem neuen Stützpunkt für die
Kolonie möglich.Wir investierten daher 2000 gemeinsam mit dem Cumberland-Wildpark bis an die Grenzen unserer finanziellen und physischen Möglichkeiten in den Neubau einer großen und für den Freiflug geeigneten Waldrapp-Voliere an
einem höchst geeigneten S-Hang im Wildpark. Alle unsere Erfahrungen flossen ein. Ein Oval von etwa 15x30m wird hangwärts von einer 5m hohen Brut-und Sitzwand begrenzt, deren Nischen in kalten Winternächten automatisch frostfrei
gehalten werden können. Ein integrierter, 8m hoher Turm erlaubt den Tieren, aus der Voliere in den Freiflug zu gehen und auch wieder dorthin zurückzukehren. Im Herbst 2000 besiedelten unsere Vögel diese neue Voliere und
akzeptierten sie sofort; es gab keinerlei Probleme mit der abendlichen Heimkehr.
2001 gab es, wahrscheinlich angespornt durch die Anwesenheit einiger erfahrener Alttiere (der frühere Bestand des Cumberland-Wildparks) bereits den
ersten Brutversuch. Ein Jungvogel wurde flügge, überlebte aber den Winter nicht. Keine Verluste gab es bei den 22 adulten Freifliegern. Noch werden auch die freifliegenden Tiere voll gefüttert.
Das spannende Jahr 2002: Erstmals
werden seit Mitte Mai die Grünauer Waldrappe völlig freifliegend gehalten. Von ihrem Übernachtungsplatz, der Voliere im Cumberland-Wildpark fliegen 22 erfahrene Vögel frühmorgens auf abgemähte Wiesen im Ortsgebiet von Grünau. Dort
stochern nach ihrem Lieblingsfutter, Regenwürmern, Schnecken und Käfern. Und das müssen sie auch, denn die Waldrappe werden nach ihrer täglichen Heimkehr, am Nachmittag nur noch "symbolisch" gefüttert (ca. ein Fünftel der
benötigten Menge). Die Grünauer sind stolz auf ihre einzigartigen Vögel. Auch bei den Sommergästen erregen sie Aufsehen. Teilte doch eine Dame aus Wien dem Wirt des Dofbeisls angeregt mit, sie hätte gerade 20 "schwarze
Reiher" gesehen. Aber damit nicht genug. Erstmals bauten unsere Waldrappe in ihrer Voliere im Cumberland-Wildpark (im Freigang) 9 Nester und legten 22 Eier, aus denen schließlich bei 5 Elternpaaren je ein Jungvogel flügge
wurde. Auch ihre Jungen versorgten sie mit dem selbstgefundenen Futter und die gediehen prächtig. Aufgrund der zunehmenden Erfahrung der Brüter erwarten wir in den kommenden Jahren zunehmend mehr flügge Jungtiere. Ein adultes
Weibchen verschwand während der Periode der frühen Jungenaufzucht. In dieser Phase wechseln einander die Paarpartner ab, einer bleibt am Nest (Bewachung gegen Koloniemitglieder und Freßfeinde), der andere Partner sucht nach
Nahrung, alle 2-4 Stunden wird gewechselt. Die Strecke Voliere - Grünau (etwa 5km) wird in dieser Phase von den Brütern alleine überwunden. Da einige (erfolglose) Angriffe von Wanderfalken auf die Waldrappe von uns beobachtet
werden konnten, besteht der Verdacht, dass dieses Weibchen einem Greifvogel zum Opfer fiel. Das nun alleinstehende Männchen betreute noch 2 Tage weiter, dann verschwand das Küken.
Der nächste Schritt in Richtung Wiederansiedlung: Der Flug in den Süden Siehe Flugprojekt www.waldrappteam.at.
Erste wissenschaftliche Ergebnisse Neben einer ganzen Menge Know-how für Wiederansiedlungsprojekte (Anon. 1999,
Kotrschal 1999, etz.) gab es bereits beachtliche Grundlagenergebnisse. So bietet die Handaufzucht die Möglichkeiten für kontrollierte Untersuchungen, welche bei Elternaufzuchten nicht bestehen. Wir stellten 1997 die Frage, wie die
Schlupfasynchronie die Aggression unter Nestlingen beeinflusst (Tuckova 1998). 1998 stand die Entwicklung von Substratpräferenzen und der sozialen Strukturen im Mittelpunkt (Kijne et al. 1998) und 1999 untersuchte Angelika Tintner
die Effekte des Aufwachsens als einzelner Nestling (eine im Freiland bei Nahrungsmangel häufige Situation) auf die spätere Vergesellschaftung in der Kolonie (Tintner und Kotrschal 2002). Im Moment geht es einerseits um die
Erforschung der sozialen Zusammenhänge der Nahrungssuche (Meran 2002; Koth 2002); besonders interessiert uns, was Waldrappe voneinander lernen, wie sie konkurrieren und wie sich die nahrungssuchenden Kleingruppen in Hinsicht auf
ihre sozialen Beziehungen zusammensetzen. Es zeigte sich, dass vor allem die ranghohen Männchen, eher (fremde) Weibchen beklauen, als selber zu suchen. Andererseits fanden wir (in Vorber.), dass die Paarpartner sich nicht nur sehr
symmetrisch an der Brutpflege beteiligen, sondern auch gleiche Sexualsteroidwerte zeigen (Testosteron, gemessen aus Kot). Allein diese wenigen vorläufigen Befunde werfen eine Menge an Fragen auf, zu deren Beantwortung das Grünauer
Projekt beste Vorraussetzungen bietet.
Mensch-Tierbeziehung
Seit einigen Jahren sind wir auch immer wieder auf dem Gebiet der Mensch-Tierbeziehung tätig. So etwa untersuchte Vivien Bromundt zunächst 2001 die
Hormonausscheidungen der Handaufzieher an der Forschungsstelle und 2002, im Zuge eines kontrollierten Versuchs, die hormonelle Reaktion von StudentInnen, die eine junge Ratte aufzogen. Dabei diente die Handaufzucht als Modellsystem
für die Erforschung der physiologische Ereignisse im Zusammenhang mit der Entstehung von Bindung beim Menschen. Vor allem im Zusammenhang mit dem IEMT Wien (Interdisziplinäres Institut zur Erforschung der Mensch-Tier-
Beziehung) veröffentlichten wir unsere vielbeachtete Studie zur Auswirkung der Anwesenheit eines Hundes auf das Sozialverhalten von Volksschulkindern (B. Ortbauer). Im Moment wird eine Studie zur Evaluation der tiergestützten
Therapie bei Vorschulkindern im "Zentrum für Entwicklungsförderung" (Wien) vorbereitet (L. Naar).
Danksagung
Folgenden Personen und Institutionen danken wir ganz
herzlich dafür, daß sie unsere Arbeit ermöglichen: - Den Mitgliedern und dem Vorstand des Vereins der Förderer für materielle und ideelle Unterstützung, insbesondere unserem treuen Sponsor, der Firma Mayr Schulmöbel. -
erhebliche Beiträge kommen von den Firmen ASMAG Scharnstein und Drack Grünau, - der Gemeinde Grünau, - dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung für das zur Verfügung gestellte Personal und den Sachmittelanteil,
sowie für die Förderung des Waldrapp-Projekts. - der OÖ. Landesregierung, insbesondere LH Dr. J. Pühringer für ihre großzügige Sachmittelsubvention, sowie Landesrätin Dr. S. Stöger und der Naturschutzabteilung für die
Unterstützung des Waldrapp-Projekts. - SKH Ernst August, Prinz von Hannover und der Herzog von Cumberland-Stiftung für die gute Zusammenarbeit. - dem Tiergarten Schönbrunn, insbesondere Herrn Dir. Dr. Helmut Pechlaner, Frau
Dr. Dagmar Schratter und Herrn Dr. Harald Schwammer. - dem Innsbrucker Alpenzoo, besonders Herrn Dir. Dr. Michael Martys und Frau Dr. Christiane Böhm. - dem Fonds zur Förderung der Wissenschaflichen Forschung (FWF).
- dem Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank. - der Universität Wien für die Gewährung eines Dissertationsstipendiums and M. Stöwe - dem IEMT für die logistische und finanzielle Unterstützung von Projekten im
Bereich der Mensch-Tierbeziehung - allen Journalisten für ihre wichtige und faire Berichterstattung. - herzlich danken wir der Bevölkerung von Grünau, den örtlichen Unternehmen und Privatpersonen für die gute Zusammenarbeit.
Zu den studentischen MitarbeiterInnen, ohne die auch 2002 der Betrieb der Forschungsstelle nicht möglich gewesen wäre, zählen Lic.Phil. V. Bromundt, Dr. D. Frigerio, Dr. J. Fritz, A. Reiter, S. Schwendt, Mag. M. Stöwe, C.
Messmer, I. Meran, E. Spielauer, S. Dorn Besonderer Dank gebührt dem Vereinsvorstand, Präsident, LH Dr. Josef Pühringer, Geschäftsführer Dir. Josef Gierlinger, Finanzreferent Herr Rudolf Fischereder und Herr Dipl.Ing. Harald
Lindner.
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